FEM*_MUSIC*_ARCHIVE

Frühjahr/Sommer 2018

Wer hat Zugang zu Archiven, Wissen und Materialien? Wer entscheidet, was erinnerungs- und bewahrungswürdig ist? Wie finden wir, was wir suchen? Wie finden wir, was wir nicht suchen? Warum ist gerade das interessant? Was fällt durch das Raster? Wie können nichtsprachliches Material oder Materialsammlungen von Künstler*innen mit ihren ganze eigenen Systemen archiviert und zugänglich gemacht werden? Gibt es andere Formen der Ordnung von Wissen und Material als chronologische und alphabetische? Wer erschafft den Kanon? Wer bewahrt ihn und warum? Wie können wir ihn dekonstruieren? Wie kann das Erbe von Komponistinnen, Musikerinnen und non binary artists entdeckt und zugänglich gemacht werden? Welche anderen Formen der Diskriminierung gibt es bei der Wissenstradierung, wer bleibt im Dunkeln, was können wir dagegen tun? Wie (er)finden wir künstlerische Formen der Wissenstradierung? Wie lässt sich mit dem Archiv komponieren?

Diese Fragen diskutieren wir im Frühjahr und Sommer 2018. Die Lehrveranstaltung leiten Studierenden und Dozent*innen der UdK und der HfM Hanns Eisler: Lucien Danzeisen, Irene Kletschke, Kirsten Reese, Marc Sabat, Evelyn Saylor und Stellan Veloce. Gemeinsam besuchen wir außerdem das Archiv der Akademie der Künste in Berlin und versuchen, Foucaults Archivbegriff zu verstehen. Außerdem setzen wir uns mit Künstler*innen, die mit Archivmaterial oder zum Thema Archiv arbeiten, auseinander. Zu Gast sind die in Wien lebende Komponistin und Klangkünstlerin Elisabeth Schimana sowie der Komponist Bill Dietz.

Eine kleine, weitestgehend ungeordnete Materialsammlung ist in unserem Buch verfügbar.